Seit fast 20 Jahren stagniert die finnische Wirtschaft an der gleichen Stelle. Und das macht Finnland ziemlich einzigartig.
Während Schweden, Dänemark und Deutschland nach der Finanzkrise von 2008 weiter gewachsen sind, ist Finnland ins Hintertreffen geraten und befindet sich nun auf dem Niveau eines durchschnittlichen Euro-Landes.
Matti Pohjola, emeritierter Professor der Aalto-Universität, hat in einem Bericht für den Jubiläumsfonds Sitra versucht, eine Erklärung für die wirtschaftliche Starrheit zu finden.
- Unsere Probleme lassen sich nicht durch die Finanzkrise erklären. Auch nicht durch den Niedergang von Nokia. Die Probleme liegen viel tiefer", sagt er.
Der wahre Schuldige ist die niedrige Gesamtproduktivität, was bedeutet, dass Arbeit und Kapital nicht effizient genutzt werden.
Ineffiziente finnische Unternehmen
"Der Unternehmenssektor ist der Motor der Wirtschaft, und im Moment ist der Motor schwach", erklärt Matti Pohjola.
In Schweden hat allein der Informations- und Kommunikationssektor in den letzten 10 Jahren so viel Wirtschaftswachstum erzeugt wie der gesamte Unternehmenssektor in Finnland. In Dänemark ist die Pharmaindustrie für mehr Wachstum verantwortlich als alle finnischen Unternehmen.
Pohjola ist der Ansicht, dass Finnland beim Strukturwandel von der Industrie zu den Dienstleistungen, der die Weltwirtschaft kennzeichnet, zurückgeblieben ist.
"Es sind nicht nur ein oder wenige Sektoren, die schwach sind. In Finnland hat sich die Mehrheit der Branchen in den letzten zehn Jahren negativ entwickelt.
Gesucht: Exportprodukte
Auch Finnland hat nicht viel Pech gehabt. Externe Schocks, wie die Coronavirus-Pandemie oder der Krieg in der Ukraine, sind nicht der Grund für Finnlands Probleme.
Finnlands Exportmärkte sind genauso gewachsen wie die von Schweden, Dänemark und Deutschland. Aber Finnland fehlt es an erfolgreichen Exportprodukten.
Der Bericht unterstreicht, dass es keinen Grund gibt, auf Lösungen von außen zu warten.
Vertraute Lösungen
Finnland hat das Potenzial, den Negativtrend umzukehren, aber dies erfordert eine klare Ausrichtung auf die Verbesserung der Produktivität im Unternehmenssektor.
Zu den Vorschlägen von Matti Pohjola gehören die Unterstützung von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, die Förderung der Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte, die Deregulierung und Verstärkung des Wettbewerbs sowie die Anhebung des Bildungsniveaus.
Laut Pohjola besteht eines der größten Probleme Finnlands darin, dass wachsende Unternehmen in einem frühen Stadium veräußert werden. Wenn Unternehmen aus Finnland abwandern, begünstigt dies das BIP anderer Länder und nicht das finnische.
Finnland muss sich daher besser darum bemühen, dass Unternehmen wachsen und im Land bleiben. Und auch globale Unternehmen sollten die Möglichkeit haben, ihren Hauptsitz in Finnland einzurichten", sagt Pohjola.
"Viele Unternehmen haben ihren Hauptsitz in Schweden, während Finnland sich mit lokalen Niederlassungen begnügen muss.
- Unser Problem ist, dass wir keine neuen, wachsenden Großunternehmen mit Hauptsitz in Finnland haben. Die größten Investitionen in Datenzentren in Finnland sind beispielsweise in ausländischem Besitz. Finnland müsste die gesamte Wertschöpfung in sein Bruttoinlandsprodukt einfließen lassen.
Quelle: Hufudstadsbladet 4.3.2025
https://nw-ihk.de/2021/04/finnland-botschafterin-interview/
Nachdem bereits 2017 das Gilde-Vorstandsmitglied Ulrich Petersen mit dem Ritterkreuz 1. Klasse des Löwen von Finnland ausgezeichnet worden war, haben nunmehr zwei weitere Mitglieder der Finnisch-Deutschen Handelsgilde zu Hannover eine entsprechende Ehrung durch den finnischen Staat erfahren:
Der finnische Honorarkonsul Dr. Heiner Feldhaus – in dieser Funktion zugleich Schirmherr der Finnisch-Deutschen Handelsgilde zu Hannover – vor allem für seine langjährigen Verdienste um die Förderung der finnisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen sowie die Unternehmerin Maire Härkönen-Schwab, die seit über 20 Jahren mit ihrer Firma Kalevala-Spirit und ihren Finnischen Weih-nachtsdörfern authentisch finnische Kultur und finnische Lebensart in Deutschland vermittelt. Zusätzlich hat Frau Härkönen-Schwab auch in diesem Jahr eine Goldmedaille als Anerkennung und Wertschätzung vom finnischen Unternehmerverband (Suomen Yrittäjät) bekommen.
Für die Wahrnehmbarkeit kleiner Staaten wie Finnland im internationalen Wettbewerb sind solchermaßen besonders engagierte Menschen unverzichtbar. Wir gratulieren beiden Gildemitgliedern ganz herzlich zu ihrer Auszeichnung und freuen uns mit ihnen.
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